#Lifestyle // 10.06.16

Kleines Uhrenwiki

Wir Schweizer sind ein kleines Volk, aber für einige Dinge sind wir weit bis über die Landesgrenzen bekannt. Eines unserer Kronjuwelen ist definitiv die Uhrenindustrie. 

Bereits im 18. Jahrhundert wurden die ersten Taschenuhren erfunden. Was sich daraus entwickelt hat, ist heute einer der wichtigsten Wirtschaftszweige der Schweiz.

Eine Uhr steht für mehr als nur die Fähigkeit, die Zeit zu lesen. Sie ist ein Statement, eine Botschaft, ein Ausdruck von Stil - sie ist schon fast eine Einstellung. Mir persönlich fehlt etwas, wenn ich meine Uhr nicht trage. Ich bin irgendwie nicht vollständig. 

Meine Wahl hat einen persönlichen Hintergrund – ich habe mich für eine OMEGA Speedmaster Darkside Of The Moon entschieden. Weshalb? Einerseits inspiriert mich das Streben nach Perfektion und Präzision, andererseits bin ich ein grosser Pink Floyd Fan - mein Lieblingsalbum erklärt sich. Und so hat natürlich jede Marke seine faszinierende Geschichte zu erzählen. 

Beim Kauf einer Uhr spielt die Emotion und die Geschichte eine wichtige Rolle. Die Einen mögen die Fliegerei, die Anderen Komplexität oder Innovation. 

Ein weiterer Vorteil der Speedmaster ist, dass sie sich perfekt eignet um die technischen Details in Bildern zu erklären. Das hat mich dazu motiviert für euch ein kleines Uhrenwiki zu erstellen und euch die Unterschiede aufzuzeigen.

Bild: Omega

Werktypen

Quarzuhren
Die Uhr wird durch eine Batterie betrieben, Quarzwerke sind nach wie vor die gängigste Version und tendenziell auch die günstigste. Aufgepasst – es gibt natürlich immer  Ausnahmen.

Mechanische Werke
Jedes mechanische Uhrwerk besteht aus einem oder mehreren Räderwerken. Das Haupträderwerk, welches jedes Uhrwerk besitzen muss, wird Gehwerk genannt.

Handaufzug
Hier wird die Energie durch manuelles Aufziehen gewonnen. Bei Handaufzuguhren wird der Antrieb des Zeitmessers durch den manuellen Aufzug mit Kraft versorgt. Diese Kraft kommt zunächst im Federhaus an. Von dort wird sie über das Räderwerk auf das Hemmungsrad übertragen. Der Anker verbindet das Hemmungsrad mit der umherschwingenden Unruh.

Die Unruh ist das Herzstück des Schwingungssystems. Sie sorgt für die Erzeugung einer zeitlich definierten Bewegung, die wiederum auf das Räderwerk übertragen und an die Zeiger weitergegeben wird. Dabei übersetzen Minuten-, Kleinboden- und Sekundenrad die Kraft in die benötigten Geschwindigkeiten: Stunden, Minuten und Sekunden.

Automatikuhr
Unter einer Automatikuhr wird eine mechanische Armbanduhr verstanden, bei der die Feder bei Armbewegungen des Trägers durch einen Rotor (oder auch Schwungmasse) in kleinen Schritten selbständig aufgezogen wird.

Bild: Omega

Uhren Lexikon

Gangreserve
Hier wird die verbleibende Zeit bis zum Stillstand der Uhr angezeigt. Diese kann je nach Marke oder Typ von einigen Stunden bis zu 10 Tagen variieren. Nicht alle Modelle zeigen diese an.

Chronometer
Der Begriff kommt aus dem altgriechischen und bedeutet 'Zeit' und 'Massstab' und steht für besonders genau Uhrwerke. Diese werden besonderen Prüfungen unterzogen um die Genauigkeit zu garantieren. Ohne zu fest ins Detail zu gehen: ein Chronometer sollte innerhalb 24h nicht mehr als plus oder minus 5 Sekunden abweichen.

Chronograph
Impliziert, dass die Uhr mit einer Stoppuhr-Funktion ausgestattet ist und ist nicht zu verwechseln mit 'Chronometer'. Diese Funktion ist im Sport und auch in der Fliegerei sehr zentral.

300m/1000ft o.ä.
Diese Zahl deutet auf die Wasserdichte der Uhr, also in diesem Beispiel bis zu 300 Meter. (sieht man oft bei Taucheruhren)

Manufakturwerk
Bedeutet, dass der Hersteller das Werk selbst produziert und entwickelt. Meist ein Qualitätsmerkmal.

ETA Werk
Seit 1793 entwickelt und konstruiert die Schweizer Manufaktur ETA SA Kaliber für die Uhrenindustrie, die mittlerweile bei diversen Uhrenmarken eingebaut werden. (Achtung – das sind keine Manufakturwerke)

Weitere Begriffe
Damit meine Liste nicht zu lang wird, habe ich Euch hier einen tollen Link für mehr Begriffe: http://www.uhrzeit.org/uhren-lexikon.php

Trend Smartwatches

Selbstverständlich möchte ich auch noch das eine oder andere Wort über Smartwatches verlieren. Auch an der letzt- sowie diesjährigen Baselworld war dieser Trend ein zentrales Thema.

Ich persönlich schätze Trends und finde es auch toll, dass mit Innovationen gearbeitet wird. Für den ein oder anderen Brand wird digitale Innovation immer wichtiger. Jedoch sind Smartwatches tendenziell eher kurzlebig, eine schöne Manufaktur kann auch noch den Enkeln des Enkels weitervererbt werden und verliert nie seinen Zeitgeist. Also stelle ich mir die Frage: Warum immer neuer und besser, als einfach nur besser? Ich denke, dass die grösseren Luxusmarken in Zukunft mit 'Wearables' arbeiten werden, und so die Intelligenz ins Armband integriert. 

Ich weiss, es gäbe noch eine Menge Spannendes zu erklären und zu diskutieren – ich hoffe jedoch, ich konnte euch einen Einblick in die spannende Welt der Uhren geben. Ich freue mich schon darauf weitere Manufakturen zu besichtigen und für euch darüber einen Artikel zu schreiben.